REFERENZPROJEKTE FÜR RECHERCHEN

>> Zum 500. Geburtstag des Arztes und Astrologen Michel de Nostredame, genannt Nostradamus (1503-1566)

von Klaus Reichold und Petra Raschke

53-minütiges Hörfunk-Feature für die Reihe Bayerisches Feuilleton, Bayern2Radio,
Erstsendung am 13. Dezember 2003

Selbst um den toten Nostradamus ranken sich Legenden: Er soll stehend in der Kirchenmauer des Franziskanerklosters zu Salon in der Provence beerdigt worden sein – falls er überhaupt je gestorben ist. Denn eine andere Überlieferung weiß zu berichten, der berühmte Astrologe und Leibarzt des französischen Königs sitze bis heute mit Kerze, Feder, Tinte und Papier in seinem Grab und schreibe weiter über die Zukunft. Umstritten war der am 14. Dezember 1503 geborene Sohn einer zum Christentum übergetretenen jüdischen Familie schon zu Lebzeiten. Man zieh ihn einen »schlimmen Scharlatan« und »listenreichen Betrüger«. Doch er hatte auch Bewunderer: Katharina von Medici, Gemahlin des französischen Königs Heinrich II., ließ sich regelmäßig von ihm die Sterne deuten. Und für den späteren Kaiser Rudolf II. erstellte Nostradamus ein umfangreiches Geburtshoroskop, dessen Original heute in Augsburg aufbewahrt wird. In der schwäbischen Bischofsstadt lebte auch der wohlhabende Patrizier Hans Rosenberger, der zu den Klienten von Nostradamus zählte und der Arzt Hieremias Martius, der wie Nostradamus in Montpellier Medizin studiert hatte. Martius übersetzte ein frühes Werk des Nostradamus ins Deutsche, nämlich seinen Wahrhaftigen, gründlichen und vollkommenen Bericht, wie man einen ungestalten Leib schön und junggeschaffen macht, wie man wohlriechende Wasser, Pulver sowie Seifen zubereitet und wie man allerlei Früchte auf das lieblichste in Zucker einkocht, um selbige haltbar zu machen. Berühmt geworden ist Nostradamus allerdings weniger als Arzt oder Verfasser von Rezeptbüchern, sondern als Autor der Centurien einem gewichtigen Werk mit 942 »ewig dauernden Prophezeiungen bis ins Jahr 3797«. Die dunklen Andeutungen beschäftigen die Welt bis heute. War Nostradamus ein begnadeter Seher oder ein gewissenloser Blender? Was wissen wir überhaupt über sein Leben und Wirken? Die Sendung macht sich auf zu einer Spurensuche im Zwielicht von Mythos und historisch belegbarer Wirklichkeit.

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>> Der Himmelsstürmer. Ottheinrich von Pfalz-Neuburg (1502-1559).

Biografie von Klaus Reichold, unter Mitarbeit von Petra Raschke u. Markus Nadler

Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2004

Er liebte die Frauen und den Wein, ging auf Kavalierstour nach Spanien und auf Pilgerfahrt ins Heilige Land. Der Wittelsbacherspross Ottheinrich schwelgte im Luxus des Lebens: Als Fürst der "Jungen Pfalz" verwandelte er seine Hauptstadt Neuburg an der Donau in eine prunkvolle Residenz. Mit seiner Begeisterung für alles Neue, seinem Mäzenatentum, der Sammeltätigkeit und Bauwut gilt Ottheinrich als Renaissancefürst par excellence.

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